Ingar Krauss

Lichtungen

21.09. – 25.10.2019

Ingar Krauss arbeitet in bildnerischen Zyklen. Seine Genres sind die klassischen der Malerei: Porträt, Stillleben und Landschaft.

Mit den Stillleben ist der Fotograf der Malerei am nächsten. Krauss baut dafür bühnenartige Kästen, in denen er natürliches Licht so einfängt, dass es zum subtilen Akteur des stillen Schauspiels wird. Dabei geht es ihm nicht nur um eine spezielle ästhetische, sondern auch metaphorische Bildsprache, die die Vorstellung von der „Fotografie als zweiter Natur“ aus der Anfangszeit dieser Kunstform neu fasst. Die Abzüge bearbeitet er von Hand mit einer Lasur aus Ölfarbe.

Authentizität und Eigenständigkeit spielen in den Fotografien des Autodidakten Krauss in technischer wie auch inhaltlicher Hinsicht eine wesentliche Rolle. Mittels seiner analogen und vorwiegend schwarzweißen Arbeitsweise und dank seiner genauen Beobachtungsgabe schafft er Aufnahmen, die empathisch und zugleich intuitiv das Wesenhafte ihrer Akteure zum Ausdruck bringen.

Was Ingar Krauss’ Porträts so beeindruckend macht, ist die Unmittelbarkeit und Eindring­lichkeit von Zeit. Die Abgebildeten stehen wie Stillleben unbewegt und ruhig in ihrer Umgebung. Durch die präzise Reduktion auf wenige Attribute und Gesten liegt die Konzen­tration ganz auf ihren Körpern und ihren Blicken, die dieser ruhenden Pose so häufig widersprechen.

Seine Landschaften sind fast schon lapidare Beobachtungen über Menschenwerk in der Natur und knüpfen bei den amerikanischen New Topographics der 1970er Jahre an, wenn sie, wie Ulf Erdmann Ziegler schreibt, „alles einlösen, was man damals von einem Bild wollte, das Umkippen einer Beobachtung in eine irgendwie ‚höhere‘ Ordnung; die Monumentalisierung des Alltags nicht durch Rückgriff auf monumentalisierende Genres, sondern durch das Bestechende des Bildaufbaus“.

Die Ausstellung "Lichtungen" geht der Entwicklung und Wiederkehr des Naturthemas in Krauss' Werk nach – von den frühen Porträts über die Stillleben bis zu der jüngsten Serie „Hütten Hecken Haufen“, zu der 2019 eine gleichnamige Publikation bei Hartmann Books erschienen ist (ISBN 978-3-96070-038-8; 38 Euro).

Soiz Galerie

Eva Riesinger

Schustergasse 19
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Während Ausstellungen
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Sa 11 bis 15 Uhr